Klarsicht und naive Blicke

Erfolgreich, innovativ, jung. Louis-Macián Seriot ist 19 Jahre alt und Inhaber der LMS Development Concept. Ein Gespräch über die Prägungen der Vergangenheit und Erfindungen für die Zukunft.

Interview: Steffen Georgi, Rene Falkner             Fotografie: Daniel Tieg

Er könne einfach nicht weghören. In Meetings, in Gesprächen sei da diese ununterbrochene Konzentration auf das, was es zu verhandeln gibt und dessen Abspeicherung im Gedächtnis. Worauf – im Nachgang, allein – das Reflektieren folgt: „Auch meiner selbst.“

„Zukunft neu definiert … “

Louis-Macián Seriot ist 19 Jahre jung. Was man ihm ansieht – aber nicht unbedingt anmerkt. Unter Altersgenossen (und nebenher: ,auch unter älteren Semestern) gibt es nur wenige, die auf so differenzierte Art zur Reflektion fähig sind. Wie ja auch 19-jährige Firmeninhaber eher rar gesät sein dürften.

Seriot ist Gründer und Chef der LMS Development Concept. Die Leistungspalette reicht von Automationslösungen bis Softwareentwicklungen. Was Innovationen im Bereich der Inventursoftware (StockTake) ebenso einschließt, wie die Konzeption eines Verfahrens zur „automatischen Defolierung“ (DefoCube), das mit eigens von der Firma OPTEG dafür gebauten Maschinen das Entfernen der Verpackungsfolien von Produkten ermöglicht. Ein technologisches Novum. „Zukunft neu definiert“ ist der Firmenslogan. Einer, der passend ist – und erwachsen aus einer Vergangenheit, die für Seriot nicht nur leicht war, selbst wenn das an der Oberfläche seiner Lebensbahn anders aussieht.

Erfinden, entwickeln, auf den Markt bringen

In der Schule musste er nie viel lernen, erzählt Seriot. Es fiel ihm einfach leicht. Und auch das technisches Interesse war früh da. Mit 11 Jahren brachte er sich das Programmieren selber bei. Und als er mit 15 in einem Unternehmen ein Schülerpraktikum machte, stieß er dort das erste Mal auf das Problem der Defolierung. Da hat er erst zugehört, dann – im Nachgang, allein – reflektiert.

Und eine Problemlösung auf Millimeterpapier skizziert: „Alles aus einem ziemlich naiven Blick heraus.“ Das Schöne daran: Der „naive Blick“ war technologische Klarsicht, der Lösungsvorschlag praktikabel, mithin ein Zeichen, ein Startsignal.

Seriots Geschichte ist aber auch eine von der Gabe, die mitunter Last sein kann. Man weiß es ja: Was Menschen fremd ist, aus ihrem Mittelmaßschema fällt, grenzen sie aus. Eine Erfahrung, die Seriot in seiner Schulzeit machen musste. Es waren Jahre des Mobbings, der Ausgrenzung – doch auch darüber spricht Seriot heute nüchtern reflektierend: „Die wissen nicht, was die anrichten, wenn die sowas tun.“ Rückhalt bot das Elternhaus – und eben seine Gabe, seine Lebensleidenschaft: „Erfinden, Ideen entwickeln, realisieren und auf dem Markt bringen – das wollte ich, das mache ich.“

Außerdem hört er zu, reflektiert, versteht. Auch im zwischenmenschlichen Umgang: „Ich weiß, ich denke in vielem sozialer als andere. Und ja, vielleicht wäre das nicht so, hätte ich nicht die Erfahrungen gemacht, die ich machen musste.“ Erfahrungen der Vergangenheit – die jetzt mithelfen „Zukunft neu zu definieren.“

www.lms-development-concept.de

Hier können Sie das komplette Interview als Video-Stream sehen:

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