Musikalisches Mitteldeutschland

Ob Bach, Händel, Mendelssohn-Bartholdy, Telemann oder Wagner, alle diese großen Komponisten haben das musikalische Gesicht Mitteldeutschlands geprägt. Aber eine lebendige Region begnügt sich nicht damit, nur die alte Musik zu würdigen, sondern trägt das Erbe weiter.

Text: Esther Niebel Fotografie: Oliver Jentsch

Ist von Alter Musik in Mitteldeutschland die Rede, ist jeder Ausgangspunkt unausweichlich die Musikerfamilie Bach. Die „Bache“ wirkten in etlichen mitteldeutschen Städten wie Arnstadt, Weimar, Leipzig, Köthen, Eisenach und Frankfurt an der Oder und prägten nachhaltig die musikgeschichtliche Tradition der gesamten Region.

Eine klangvolle Historie

Der prominenteste Vertreter ist seit seiner Renaissance durch den Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn-Bartholdy der Komponist Johann Sebastian Bach. Das erste Bachfest ihm zu Ehren fand 1908 anlässlich der Enthüllung des Neuen Bachdenkmals in Leipzig statt. Seither wurden in unregelmäßigen Abständen immer wieder Bach-Tage, Bach-Feiern oder Bach-Festwochen gefeiert. Unter den knapp 30 deutschen Bachfestivals konnte sich insbesondere das Leipziger Bachfest seit 2000 etablieren, als zu Bachs 250. Todestag 70.000 Besucher in die Stadt strömten, um sich von der restaurierten Bachorgel und erstklassigen Konzerten begeistern zu lassen. Auch die Thüringer Bachwochen, das größte Musik-
festival Thüringens, kann durch etliche authentische Bachstätten aufwarten. Ein weiterer einflussreicher Komponist war der in Magdeburg geborene Georg Philipp Telemann, der Patenonkel Carl Philipp Emanuel Bachs. Anlässlich seines 250. Todestages am 25. Juni im kommenden Jahr ist 2017 das Telemannjahr. Mit Konzerten, Tagungen, Ausstellungen, Workshops und Jugendprojekten will das Telemann-Netzwerk den innovativen Konzertunternehmer würdigen und ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit rücken. Den Komponisten verband eine produktive künstlerische Korrespondenz mit dem Hallenser Georg Friedrich Händel, dem im November während der Händel-Festspiele in seiner Geburtsstadt gedacht wird.

An die Tradition anknüpfen

Neben den Festivals der Alten Musik, vornehmlich des Barocks, sind auch Festivals zeitgenössischer Musik zu nennen, die die Region Mitteldeutschland in gleichem Maße ausmachen. So feiern die Leipziger Jazztage in diesem Jahr vom 29. September bis 8. Oktober 2016 ihr 40. Jubiläum. Das internationale Festival für zeitgenössischen Jazz steht diesmal im Zeichen der Schönen Künste, wobei Jazz in ein Wechselspiel mit anderen Genres wie Tanz, Poesie und Malerei gebracht wird.
Das Rudolstadt-Festival hingegen be-schäftigt sich jährlich am ersten Juliwochenende mit Musik, bei der noch spürbar, hörbar und erlebbar ist, dass sie eine aus der Volksmusik gewachsene Tradition hat. Mit 100.000 Besuchern ist es das größte Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands und zieht Musiker aus der ganzen Welt nach Thüringen. Eines der neueren Festivals Mitteldeutschlands ist das Kosmonaut Festival bei Chemnitz. Durch die Chemnitzer Band Kraftklub ins Leben gerufen, erfreut sich das Festival größter Beliebtheit und bietet den Besuchern ein Klangspektrum von Rap über elektronische Musik bis hin zu Indie-Rock.

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