Tennis war und ist in Leipzig beheimatet

Auf gewachsene Traditionen lässt sich am besten bauen: Das geplante Tennismuseum erinnert an die Anfänge dieses Sports in Leipzig und bindet die heutige Turnierlandschaft in eine große Geschichte ein.

Text: Sarah Vannini             Fotografie: Ronny Ecke, Förderverein Sportmuseum Leipzig

Da der Tennissport in den 80er und 90er Jahren boomte und zum Volkssport avancierte, ist der Öffentlichkeit kaum bekannt, dass die Anfänge dieses Sports in Leipzig zu finden sind. Als Messestadt orientierte man sich an der vor allem europäischen Avantgarde und so sind die Ursprünge des Tennis bis vor cirka 400 Jahren zurückzuverfolgen. Damals trafen sich Fürsten und Kaufleute und spielten – mit großen Lederhandschuhen angetan, um die Hände vor dem harten Aufprall zu schützen – auf dem Marktplatz vor dem Mückenschlösschen Tennis. Anfang des 20. Jahrhunderts wird der sächsische Tennisverband gegründet und 1912 gewinnt der Leipziger Heinrich Schomburgk Olympisches Gold im gemischten Doppel, was den Sport endgültig in der Stadt etabliert. Rund 95.000 Unikate, die auf eine intensive
Auseinandersetzung und lange Tradition des Tennissports in Leipzig verweisen, haben sich seit dieser Zeit angesammelt und
warten nun auf das vom Oberbürgermeister zugesicherte und lange überfällige Tennismuseum.

Mit kontinuierlicher Nachwuchsförderung zum Erfolg

Nach der Wiedervereinigung hatte es der Tennissport in den neuen Bundesländern zunächst schwer. Insofern war der 30. September 1990 ein von langer Hand geplanter Glücksfall für den Tennisnachwuchs in Leipzig. Die damals Weltranglistenerste Steffi Graf übergab ihren mit 45.000 US-Dollar dotierten Siegercheck des 1. Profiturnieres an den damaligen Präsidenten des Sächsischen Tennisverbandes Wolfgang Lassmann, um mit der Spende den Nachwuchs vor Ort zu fördern und langfristig turnierfähig zu machen. Die Steffi- Graf-Stiftung wurde gegründet, damit das Geld gewinnbringend angelegt werden konnte, und mit dem Ziel, über die Jahre hin eine starke Tennisjugend aufzubauen und zu fördern. „Mit der Gründung der Stiftung und den späteren Zustiftungen Leipziger Bürger und Unternehmen haben wir die Früchte gesät, die wir momentan ernten. Noch nie zuvor war unser Nachwuchs so stark wie in diesem Jahr, was mehrere Siegerplätze bei deutschen Kindermeisterschaften beweisen. Ich bin sehr stolz und glücklich darüber, dass unsere jahrelange Arbeit zum Erfolg geführt hat“, kommentiert der gegenwärtige Ehrenpräsident des Sächsischen Tennisverbandes Wolfgang Lassmann die Entwicklung.

Die Leipzig Open 2016

Vom 13. bis 21. August werden die Leipzig Open ausgetragen. In diesem Rahmen finden gleich vier Turniere parallel statt: Auf der LTC-Anlage am Sportforum wird das ITF-Weltranglistenturnier für Damen ausgetragen, bei dem neben den Tennis-Weltranglistenpunkten ein Preisgeld in Höhe von 25.000 US-Dollar für Einzel und Doppel vergeben wird. Die 18. Internationalen Sächsischen Meisterschaften, bei denen es um Punkte der nationalen Rangliste geht, kann man ebefalls im „Leipziger Tennisclub 1990“ verfolgen. Der Tennisnachwuchs bis zum 8. Lebensjahr trifft sich im Rahmen des Turniers zum Steffi-Graf-Team-Cup. Und schließlich wird noch ein Sponsoren-Turnier ausgerichtet, zu dem sich Führungskräfte und Manager der regionalen Wirtschaft zusammenfinden. Hier geht es darum, den Spaß am Sport mit dem Engagement für Tennis und seine Bedeutung in und für die Stadt zu verbinden und öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Mike Barke, Geschäftsführer der Leipzig Open GmbH und selbst erfolgreicher Unternehmer zu seiner Motivation: „Ich spiele seit vielen Jahren Tennis in meiner Freizeit und habe daher Zugang zu dieser Sportart. Meine Hauptmotivation als gebürtiger Leipziger ist aber vor allem, die Region zu stärken und als Austragungsort der Leipzig Open im internationalen Terminkalender zu etablieren und langfristig noch präsenter zu machen.“

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